Antworten / Konzernrechnungslegung

Was sind die wichtigsten Unterschiede zwischen HGB und IFRS?

Eine Kernfrage aus dem Bereich Konzernrechnungslegung — sie kommt in Analyst- und Associate-Gesprächen bei Banken, Beratungen und Prüfungsgesellschaften regelmäßig vor.

DIE KURZE ANTWORT

Das HGB dient primär dem Gläubigerschutz und der Ausschüttungsbemessung, die IFRS der Informationsvermittlung an Kapitalmarktteilnehmer. Daraus folgt alles Weitere: Im HGB dominieren Vorsichts-, Realisations- und Imparitätsprinzip, die Anschaffungskosten bilden die Wertobergrenze, unrealisierte Gewinne dürfen nicht ausgewiesen werden. Die IFRS lassen Neubewertung und Fair-Value-Bewertung zu und bilden wirtschaftliche Sachverhalte früher ab. Praktische Folgen zeigen sich bei Leasing, Entwicklungskosten, Rückstellungsbewertung und der Behandlung des Geschäfts- oder Firmenwerts.

WORAUF INTERVIEWER ACHTEN

  • Gläubigerschutz und Ausschüttungsbemessung versus Kapitalmarktinformation
  • Vorsichts-, Realisations- und Imparitätsprinzip im HGB
  • Anschaffungskosten als Wertobergrenze im HGB
  • Abweichungen bei Leasing, Entwicklungskosten, Goodwill

TYPISCHE FEHLER

  • Nennt nur Einzelunterschiede ohne die Zwecksetzung
  • Behauptet, das HGB kenne keine Fair-Value-Bewertung überhaupt
  • Verwechselt Einzel- und Konzernabschlusspflichten

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