Antworten / Konzernrechnungslegung

Wie läuft eine Purchase Price Allocation ab?

Eine anspruchsvolle Frage aus dem Bereich Konzernrechnungslegung — typisch für spätere Runden und fallbasierte Gespräche bei Investmentbanken, Private-Equity-Häusern und in Transaction Services.

DIE KURZE ANTWORT

Zuerst wird die übertragene Gegenleistung bestimmt, inklusive bedingter Kaufpreisbestandteile zum beizulegenden Zeitwert. Dann werden die identifizierbaren Vermögenswerte und Schulden des erworbenen Unternehmens zum Erwerbszeitpunkt neu bewertet, wobei typischerweise immaterielle Werte wie Kundenbeziehungen, Marken, Technologie oder Auftragsbestand erstmals angesetzt werden. Auf die aufgedeckten Reserven sind latente Steuern zu bilden. Der Rest ist Goodwill. Ergebnisseitig entsteht künftig zusätzliche Abschreibung auf die aufgedeckten immateriellen Werte, was das Konzernergebnis nach der Transaktion belastet.

WORAUF INTERVIEWER ACHTEN

  • Gegenleistung inklusive bedingter Bestandteile zum Zeitwert
  • Identifikation und Bewertung immaterieller Vermögenswerte
  • Latente Steuern auf aufgedeckte stille Reserven
  • Residualgröße ist der Goodwill, Folgeabschreibungen belasten das Ergebnis

TYPISCHE FEHLER

  • Nennt keine typischen immateriellen Werte
  • Vergisst die latenten Steuern
  • Übersieht die Ergebniswirkung der Folgeabschreibungen

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