Antworten / Konzernrechnungslegung
Was sind latente Steuern und wann entstehen sie?
Eine Kernfrage aus dem Bereich Konzernrechnungslegung — sie kommt in Analyst- und Associate-Gesprächen bei Banken, Beratungen und Prüfungsgesellschaften regelmäßig vor.
DIE KURZE ANTWORT
Latente Steuern bilden künftige Steuerbe- oder -entlastungen ab, die aus temporären Differenzen zwischen handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen entstehen. Führt eine Differenz künftig zu höheren Steuerzahlungen, entsteht eine passive latente Steuer, im umgekehrten Fall eine aktive. Typische Fälle sind abweichende Abschreibungsdauern, Rückstellungsbewertungen und aufgedeckte stille Reserven aus einer Kaufpreisallokation. Auch auf steuerliche Verlustvorträge können aktive latente Steuern gebildet werden, sofern ihre Nutzung hinreichend wahrscheinlich ist. Im HGB besteht für einen Aktivüberhang ein Ansatzwahlrecht.
WORAUF INTERVIEWER ACHTEN
- ✓Temporäre Differenzen zwischen Handels- und Steuerbilanz
- ✓Passive bei künftiger Mehrbelastung, aktive bei Entlastung
- ✓Verlustvorträge bei wahrscheinlicher Nutzung aktivierbar
- ✓Ansatzwahlrecht für den Aktivüberhang nach HGB
TYPISCHE FEHLER
- ✗Verwechselt temporäre mit permanenten Differenzen
- ✗Aktiviert Verlustvorträge ohne Werthaltigkeitsprüfung
- ✗Kennt das HGB-Wahlrecht nicht
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