Antworten / Wirtschaftsprüfung

Wie bestimmt man die Wesentlichkeit in der Abschlussprüfung?

Eine Kernfrage aus dem Bereich Wirtschaftsprüfung — sie kommt in Analyst- und Associate-Gesprächen bei Banken, Beratungen und Prüfungsgesellschaften regelmäßig vor.

DIE KURZE ANTWORT

Die Wesentlichkeit für den Abschluss als Ganzes wird aus einer Bezugsgröße abgeleitet, typischerweise Ergebnis vor Steuern, Umsatz oder Bilanzsumme, multipliziert mit einem Prozentsatz. Die Wahl richtet sich nach den Erwartungen der Abschlussadressaten und der Stabilität der Größe. Daraus wird die Toleranzwesentlichkeit für einzelne Prüffelder abgeleitet, die niedriger liegt, um das Risiko kumulierter Fehler abzudecken. Zusätzlich wird eine Aufgriffsgrenze festgelegt, unterhalb derer Feststellungen als offensichtlich unbeachtlich gelten. Wesentlichkeit ist über die Prüfung hinweg anzupassen.

WORAUF INTERVIEWER ACHTEN

  • Bezugsgröße mal Prozentsatz, adressatenorientiert gewählt
  • Toleranzwesentlichkeit je Prüffeld liegt darunter
  • Aufgriffsgrenze für offensichtlich unbeachtliche Fehler
  • Anpassung bei neuen Erkenntnissen während der Prüfung

TYPISCHE FEHLER

  • Nennt einen festen Prozentsatz ohne Begründung
  • Kennt den Unterschied zur Toleranzwesentlichkeit nicht
  • Behandelt Wesentlichkeit als rein quantitativ

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