Antworten / Financial Due Diligence
Was ist ein Working-Capital-Peg und wie wird er bestimmt?
Eine anspruchsvolle Frage aus dem Bereich Financial Due Diligence — typisch für spätere Runden und fallbasierte Gespräche bei Investmentbanken, Private-Equity-Häusern und in Transaction Services.
DIE KURZE ANTWORT
Der Peg ist das im Kaufvertrag festgelegte normale Niveau des Nettoumlaufvermögens, das beim Closing im Unternehmen verbleiben soll. Ermittelt wird er meist als Durchschnitt der monatlichen Werte über zwölf Monate, um Saisonalität auszugleichen, bereinigt um Ausreißer und um Posten, die als schuldenähnlich in die Nettoverschuldung wandern. Liegt das tatsächliche Working Capital beim Closing darüber, erhält der Verkäufer eine Nachzahlung, liegt es darunter, mindert sich der Kaufpreis. Verhandlungskritisch sind Definitionsabgrenzung und Referenzzeitraum, nicht die Rechnung selbst.
WORAUF INTERVIEWER ACHTEN
- ✓Vertraglich fixiertes Normalniveau des Nettoumlaufvermögens
- ✓Zwölfmonatsdurchschnitt zum Ausgleich der Saisonalität
- ✓Abgrenzung zu schuldenähnlichen Posten
- ✓Abweichung beim Closing korrigiert den Kaufpreis
TYPISCHE FEHLER
- ✗Nutzt einen Stichtagswert statt eines Durchschnitts
- ✗Ignoriert Saisonalität
- ✗Zählt Posten doppelt in Working Capital und Nettoverschuldung
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