Was ist der Unterschied zwischen Locked Box und Completion Accounts?
Eine anspruchsvolle Frage aus dem Bereich M&A — typisch für spätere Runden und fallbasierte Gespräche bei Investmentbanken, Private-Equity-Häusern und in Transaction Services.
DIE KURZE ANTWORT
Bei der Locked Box wird der Kaufpreis auf Basis eines vergangenen, geprüften Stichtagsabschlusses fest vereinbart. Das wirtschaftliche Risiko geht bereits zu diesem Stichtag über, der Verkäufer darf danach keine Werte mehr entnehmen, was vertraglich als Leakage-Verbot abgesichert wird; für den Zeitraum bis Closing wird oft eine Verzinsung vereinbart. Bei Completion Accounts wird zum Closing ein Zwischenabschluss erstellt und der Kaufpreis anhand der tatsächlichen Nettoverschuldung und des Working Capital nachträglich angepasst. Locked Box gibt Preissicherheit, Completion Accounts bilden die Realität genauer ab.
WORAUF INTERVIEWER ACHTEN
- ✓Locked Box: Festpreis auf vergangenen Stichtag, Risiko geht früh über
- ✓Leakage-Verbot und häufig Verzinsung bis Closing
- ✓Completion Accounts: Anpassung nach tatsächlichen Werten zum Closing
- ✓Abwägung zwischen Preissicherheit und Genauigkeit
TYPISCHE FEHLER
- ✗Kennt das Leakage-Konzept nicht
- ✗Verortet den Risikoübergang bei der Locked Box zum Closing
- ✗Hält beide Mechanismen für gleichwertig ohne Abwägung
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